Weekly Wisdom
Der Erwartungsdruck.
Warum man dem Erwartungsdruck durch andere Menschen nachgibt und welche Folgen dieses Verhalten haben kann.
1.375 Wörter / 7 Minuten Lesezeit
Die täglichen Erwartungen an uns.
Direkt ausgesprochen oder subtil zwischen den Zeilen – irgendwer hat immer irgendwelche Erwartungen an uns. Der Vater erwartet, dass die Tochter Jus studiert, es gibt schließlich bereits drei Generationen Juristen in der Familie. Die Freundin erwartet, dass man am Abend mit ihr ins Kino geht, obwohl man eigentlich zu müde dafür ist und lieber auf der Couch ein Buch lesen möchte. Der Kollege erwartet, dass du den Kundentermin am Freitag Nachmittag übernimmst, weil er weiß, dass du keine Verabredung hast.
Doch was möchte ich selbst eigentlich? Manchmal befindet sich das Gefühl dafür unter einem Berg von Erwartungsschichten und man muss erst tief graben, um eine Antwort darauf zu finden. Oder man weiß es und hat nicht den Mut oder die Kraft, es auch zu artikulieren und durchzusetzen. Man erfüllt die Erwartungen und ärgert sich im Stillen.
Warum gibt man diesem Erwartungsdruck nach?
Die Gründe dafür, warum wir immer wieder gegen unsere inneren Bedürfnisse handeln, sind vielfältig. Evolution: Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit.
Sozialer Vergleich und Konformitätsdruck.
Konditionierung und Erziehung.
Angst vor negativen Konsequenzen.
Vermeidung von Konfliktsituationen.
Die Konsequenzen.
Weder für unseren Körper noch für unsere Seele ist das gesund.
Identitätskonflikte: Wer bin ich und was möchte ich? Verlust von Zugang zu eigenen Wünschen und Vorstellungen.
Sozialer Perfektionismus.
Chronischer Stress.
Unzufriedenheit.
Psychosomatische Beschwerden.
Was hilft dabei.
Bewusst machen: Was ist mir wirklich wichtig.
Selbst-Mitgefühl entwickeln.
Mut zur Eigenverantwortung stärken.
Kleine Schritte, statt große Umbrüche.
Kommunikationskompetenz stärken: üben und lernen, sachlich Argumente zu formulieren und in Konfliktsituationen sicher zu kommunizieren.
Quellen und inspirierende Literatur:
Csikszentmihalyi, Mihaly (2007): Flow. Das Geheimnis des Glücks. Stuttgart: Klett-Cotta.
Hüther, Gerald (2011): Was wir sind und was wir sein könnten. Ein neurobiologischer Muntermacher. Frankfurt am Main: Fischer Verlag
Hüther, Gerald (2016): Mit Freude lernen – ein Leben lang. Weshalb wir ein neues Verständnis vom Lernen brauchen. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
Roth, Gerhard / Strüber, Nicole (2019): Wie das Gehirn die Seele macht. Stuttgart: Klett-Cotta.
Seligman, Martin (2015): Wie wir aufblühen. Die fünf Säulen des persönlichen Wohlbefindens. München: Wilhelm Goldmann Verlag.
DAILY INSPIRATION
Die glückliche Seele.
Glücklich allein ist die Seele, die liebt. Johann Wolfgang von Goethe, , deutscher Dichter,...
Worauf es ankommt.
Glück ist Liebe, nichts anderes. Wer lieben kann, ist glücklich. Hermann Hesse,...
Das Wichtigste im Leben.
Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, ie dem Leben seinen Wert geben. Wilhelm von...
Weekly Wisdom
Kognitive Verzerrungen / Cognitive Bias:
Was man darunter versteht, welche man kennen sollte und wie sie unsere Wahrnehmung, unser Denken und unser Verhalten beeinflussen.
678 Wörter / 4 Minuten Lesezeit
Kognitive Verzerrungen sind systematische Denkfehler, die unbewusst und automatisch ablaufen. Sie verzerren unsere Wahrnehmung der Realität, unsere Beurteilungen der Situation und unser Entscheidungen. Verstärkt treten sie unter Stress, Müdigkeit oder Unsicherheit auf, aber nicht nur dann.
Warum macht es Sinn, über kognitive Verzerrung Bescheid zu wissen?
Die Relevanz von Cognitive Biases für unseren Alltag ist hoch. Wer über kognitive Verzerrungen informiert ist, kann die eigene Wahrnehmung bewusster gestalten, bessere Entscheidungen treffen und Manipulationen durch andere erkennen. Kommunikation gelingt besser, in Konflikten kann die Lösung leichter gelingen.
Quelle:
Kahnemann, Daniel: Schnelles Denken, langsames Denken (2011)
Manoogian, John: Cognitive Bias Codex
Watzlawick, Paul: Wie wirklich ist die Wirklichkeit. (1976)
David Robson: The Intelligence Trap (2019)


