Weekly Wisdom

Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut!

Warum „dranbleiben“ eine der wichtigsten Schlüsselfähigkeiten für den Erfolg ist.

1.375 Wörter / 7 Minuten Lesezeit

von | März 28, 2026

Roma non fuit condita die una.

Die früheste bekannte Erwähnung des Sprichworts „Rome ne fu[t] pas faite toute en un jour“ findet sich in der französischen Sammlung „Li Proverbe au Vilain“, die um das Jahr 1190 entstanden ist. Dieses Werk ist eine Zusammenstellung mittelalterlicher französischer Sprichwörter und Redewendungen.​Der Satz wird oft François de la Rochefoucauld (1613–1680) oder John Heywood (1497–1580) zugeschrieben, der in seiner Sammlung englischer Sprichwörter (1546) die Form „Rome was not built in one day“ verwendete. Die Idee dahinter – Großes braucht Zeit und Geduld – ist jedoch viel älter und stammt vermutlich aus der Antike. Ovid (43-17) schreibt beispielsweise über den Ursprung Roms und in diesem Zusammenhand, dass Entwicklungen Zeit benötigen. Auch Seneca (4-65) erwähnt in seinen Epistulae Morales Geduld als wichtiges Element bei großen Projekten. 

Wir brauchen GRIT!

Zeit, Geduld und kontinuierliche Arbeit um Großes zu erreichen, waren also die Grundgedanken von der Antike übers Mittelalter. Grundlegend hat sich daran bis heute nichts geändert. Um bedeutende Ziele zu erreichen, ist es notwendig, 

Tipps fürs Durchhalten

Routine entwickeln: Kleine, tägliche Schritte machen langfristig einen großen Unterschied.
Fehler akzeptieren: Rückschläge sind Teil des Prozesses, nicht das Ende.
Mentale Stärke trainieren: Bewusst positive Denkmuster entwickeln.
Ein starkes „Warum“ finden: Warum ist dieses Ziel für dich wichtig?
Feiere kleine Fortschritte: Belohne dich für jeden Schritt nach vorne

 

Quellen:

Csikszentmihalyi, Mihaly (2007): Flow. Das Geheimnis des Glücks. Stuttgart: Klett-Cotta.

Hüther, Gerald (2011): Was wir sind und was wir sein könnten. Ein neurobiologischer Muntermacher. Frankfurt am Main: Fischer Verlag

Hüther, Gerald (2016): Mit Freude lernen – ein Leben lang. Weshalb wir ein neues Verständnis vom Lernen brauchen. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

Roth, Gerhard / Strüber, Nicole (2019): Wie das Gehirn die Seele macht. Stuttgart: Klett-Cotta.

Seligman, Martin (2015): Wie wir aufblühen. Die fünf Säulen des persönlichen Wohlbefindens. München: Wilhelm Goldmann Verlag.

 

DAILY INSPIRATION

Weekly Wisdom

Kognitive Verzerrungen / Cognitive Bias:

Was man darunter versteht, welche man kennen sollte und wie sie unsere Wahrnehmung, unser Denken und unser Verhalten beeinflussen.

 

678  Wörter / 4 Minuten Lesezeit

von | März 28, 2026

Wer weiß es besser? Aus dem Alltag.
Die Diskussion ist gewohnt angeregt. Das aktuelle Thema liegt im Bereich „Allgemeines“, niemand der anwesenden Diskutanten bringt besondere Fachkompetenzen oder intensive berufliche Erfahrungen im Themenfeld mit. Zwei aus der Runde nehmen mit vollster Überzeugung gegensätzliche Positionen ein und verteidigen diese hitzig. Beide sind absolut davon überzeugt, die Situation richtig einzuschätzen und beharren auf ihrem Standpunkt. Die Emotionen gehen hoch, die Diskussionskultur ist schwierig. Wer liegt richtig? Oder liegt eventuell keiner der beiden richtig? Oder beide in Teilbereichen? 
Für die psychologischen Prozesse dahinter gibt es einige Erklärungen. 
Was versteht man unter Kognitiven Verzerrungen?
Kognitive Verzerrungen oder Cognitive Bias ist ein Begriff aus der kognitiven Psychologie (lat. cognoscere: wissen, wahrnehmen).  Generell geht es in diesem wichtigen Bereich der Psychologie um mentale Prozesse wie Wahrnehmung, Gedächtnis, Denken, Sprache und Entscheidungsfindung. Der Fokus liegt darauf, wie Menschen Informationen wahrnehmen, verarbeiten, speichern und anwenden.

Kognitive Verzerrungen sind systematische Denkfehler, die unbewusst und automatisch ablaufen. Sie verzerren unsere Wahrnehmung der Realität, unsere Beurteilungen der Situation und unser Entscheidungen. Verstärkt treten sie unter Stress, Müdigkeit oder Unsicherheit auf, aber nicht nur dann.

Welche sollte man kennen und warum?
Laut John Manoogian III beispielsweise gibt es über 180 (!) kognitive Verzerrungen, bekannt als der Cognitive Bias Codex. Es handelt sich dabei um eine visuelle Darstellung in Form eines Kreisdiagramms, die unterschiedlichste Cognitive Biases kategorisiert und organisiert. Welche sind besonders weit verbreitet? Confirmation Bias, Status Quo Bias, Groupthink, False Memory Bias, Overthinking sind nur einige davon. Im oben genannten Beispiel könnten der Overconfidence Bias (Selbstüberschätzung) oder der Dunning-Kruger-Effekt relevant sein. Overconfidence Bias besagt, dass Menschen dazu neigen dazu, ihr eigenes Wissen oder ihre Fähigkeiten zu überschätzen. Beim Dunning-Kruger-Effekt (Unwissenheit in Kombination mit Selbstüberschätzung) steht im Mittelpunkt, dass Menschen mit geringem Wissen oder Kompetenz in einem Bereich ihre Fähigkeiten überschätzen, während Experten ihre eigene Kompetenz oft unterschätzen. Auch Dogmatismus könnte in Frage kommen, d.h. ein starres Festhalten an eigenen Überzeugungen und dem eigenen Weltbild. Die persönliche Perspektive kann nicht hinterfragt werden.

Warum macht es Sinn, über kognitive Verzerrung Bescheid zu wissen?

Die Relevanz von Cognitive Biases für unseren Alltag ist hoch. Wer über kognitive Verzerrungen informiert ist, kann die eigene Wahrnehmung bewusster gestalten, bessere Entscheidungen treffen und Manipulationen durch andere erkennen. Kommunikation gelingt besser, in Konflikten kann die Lösung leichter gelingen.  

 

Quelle:

Kahnemann, Daniel: Schnelles Denken, langsames Denken (2011)

Manoogian, John: Cognitive Bias Codex 

Watzlawick, Paul: Wie wirklich ist die Wirklichkeit. (1976)

David Robson: The Intelligence Trap (2019)